18. September 2017
Milder Sommeratem. Der letzte in diesem Jahr. Wie lange hat es gedauert? Zu verstehen, wie wundervoll dieses Gefühl ist. Das warme Gras unter meinen Füßen, die Sonne auf meiner Haut. Wie lange hat es gedauert? Zu verstehen, dass die Erde unter meinen Füßen schlummert und träumt. Träumt, während die schönsten Blüten ihren Zauber entfalten. Diesen Zauber, der meinen Verstand lähmt und mein Herz höher schlagen lässt. Bittersüße Gedankenlosigkeit. Das warme Gras unter meinen Füßen,...
15. September 2017
Ganz behutsam. Sachte. Einen Schritt nach dem anderen. Niemals zwei auf Einmal. Atemzug für Atemzug. Wie der Straßenkehrer in Michael Endes "Momo". "Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug – Besenstrich". Sich Zeit lassen. Abwarten. Nicht alles auf einmal...
28. August 2017
Was sind schon Worte? Was sind schon Taten? Was sind schon jene Dinge, die wir sagen aber nicht so meinen? Jene Dinge, die wir tun aber nicht fühlen. Gefühle, die wir nicht benennen wollen und nicht greifen können. Was ist schon wahr? Was Illusion? Was kümmert es mich? Was bedeuten jene bittersüßen Worte, die du zu niemandem außer dir selber sagst und doch mich hast hören lassen? Waren sie wahr? Waren sie wahrhaftig? Was ist schon wahr? Was Illusion? Was kümmert es mich? Was sind schon...
18. August 2017
Wie wichtig unsere Kindheit tatsächlich war, merken wir eigentlich erst so richtig, wenn in unserem Erwachsenen Leben so einiges schief läuft. Klar, jeder weiß, dass die ersten Lebensjahre die wirklich prägenden sind und sicherlich ist auch jedem heutzutage "demokratische Erziehung" ein Begriff. Wir wissen, welche negativen Auswirkungen ein autoritäres Elternhaus haben kann. Es gibt unzählige Ratgeber um uns auf das Eltern sein vorzubereiten und ich glaube, jede Mama und jeder Papa hat in...
11. August 2017
Heute ist einer dieser Tage, an denen ich im Bett bleiben möchte, die Rolläden geschlossen halten und die Welt da draußen nicht an mich ranlassen möchte. Ich habe immer wieder solche Tage und ja, an diesen Tagen, kann ich mich selbst kaum aushalten. Ich liege meist da und frage mich, ob ich denn überhaut irgendeinen Schritt weitergekommen bin oder ob es nicht vielmehr so ist, dass ich mich im Kreis drehe und es gar nicht bemerke. Es regnet und ich höre, wie die Regentropfen, einer nach...
07. August 2017
Es ist warm aber es regnet in Strömen. Ich bin barfuß, mein schwarzes Kleid ist völlig durchnässt. Um meine Schultern habe ich ein grünes Tuch, mit vielen, bunten Blumen drauf, geschlungen. Auch dieses hat sich mit Wasser vollgesogen. Meine dunklen Locken zieren viele dicke Regentropfen. Während ich in dieser Sommernacht nach Hause laufe, bin ich glücklich. Der Regen ist mein Element. Ich liebe nichts so sehr, wie im warmen Sommerregen zu spazieren. Ja, ich mag die Sonne, den Schnee, den...
24. Juli 2017
Wer so früh Kinder bekommt wie es bei mir der Fall war, dem wird so allerhand erzählt. Viele Zweifel werden gesät. Weiß ein so junger Mensch überhaupt genug über Kinder und deren Erziehung, darüber was es bedeutet Verantwortung zu tragen? Hat jemand in diesem Alter denn überhaupt die geistige Reife zu begreifen, was ein Kind denn tatsächlich bedeutet? Ist sie denn wirklich dazu in der Lage einem Kind Grenzen zu zeigen? Kann sie sich selber soweit zurücknehmen, dass sie dem Kind...
22. Juli 2017
Erinnert euch! Ich erinnere mich. Damals. Wir waren Kinder. Ich war gerade erst hergezogen, du ebenso. Dieses winzige Dorf. 12 Häuser. Wald. Wiesen. Ich liebte es vom ersten Moment an. Du hattest Schwierigkeiten anzukommen. Wir begegneten uns. So wie Kinder dies nun mal tun. Stürmisch und unvorsichtig. Ohne Vorurteile. Völlig frei. Es war wunderbar. Wir wurden Freundinnen und verbrachten all die Zeit, die wir zur Verfügung hatten, zusammen. Lager bauen im Wald. Zelten. Fahrrad fahren....
09. Juli 2017
Man wirft mir vor, in persönlichen Beziehungen ganz besonders dramatisch zu sein. Leider muss ich mich zu dieser Aussage auch noch schuldig bekennen. Ich spreche viel, viel, viel zu oft über meine Gefühle, weine ständig und fuchtle erschreckend wild mit den Händen umher, um meine Aussagen zu verdeutlichen. Außerdem erkläre ich mich stest äußerst symbolhaft und mitunter durchaus kryptisch. Während ich dies so schreibe, muss ich lachen. Im Nachhinein denke ich mir nämlich stets: "Du...
08. Juli 2017
Ich balanciere den Gehweg entlang. Barfuß. Ich mag es. Barfuß zu laufen. Es ist eine merkwürdige Nacht. Wir haben gerade zum letzten Mal miteinander geredet. Es war grausam. Ich habe mich entschuldigt, geweint. Ich wollte nie mehr vor dir weinen. Du hast gesagt, dir sei nicht alles egal. Du hast gesagt, das alles sei nur in meinem Kopf. So ist es sicherlich auch. Teilweise. Ich bin schwierig. Ja. Einnehmend, erwarte so viel. Viel zu viel. Ich weiß das. Ich erwarte ebenso viel von mir...

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