Augenblick

Ganz behutsam. Sachte. Einen Schritt nach dem anderen. Niemals zwei auf Einmal. Atemzug für Atemzug. Wie der Straßenkehrer in Michael Endes "Momo".

 

"Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter: Schritt – Atemzug – Besenstrich".

 

Sich Zeit lassen. Abwarten. Nicht alles auf einmal wollen. In Ruhe verweilen können. Wo ist sie hin? Die Zeit. Kostbar. Unwiederbringlich. Verloren?

 

Was, wenn jeder Moment, jeder Augenblick, jede verloren geglaubte Stunde wichtig ist. Wenn alles so sein soll. "Schritt - Atemzug - Besenstrich".

 

Sie rinnt wie feiner Sand durch meine Finger und ich weiß, dass diese Worte nicht nur meine sind. Ein jeder kennt dieses Gefühl. Zu wenig Zeit. Das Gefühl, kostbare Zeit zu verschwenden, zu verlieren.

 

Was, wenn jeder Moment, jeder Augenblick, jede verloren geglaubte Stunde wichtig ist. Wenn alles so sein soll. "Schritt - Atemzug - Besenstrich".

 

Woher kommt dieses Gefühl, keine Zeit zu haben? Ist sie nicht  das Einzige, was wir tatsächlich besitzen? Nicht greifbar, nicht sofort sichtbar und doch, immer da.

 

Was, wenn jeder Moment, jeder Augenblick, jede verloren geglaubte Stunde wichtig ist. Wenn alles so sein soll. "Schritt - Atemzug - Besenstrich".

 

Und so warte ich, verweile in diesem Augenblick und warte. Still. Behutsam. Sachte.

 

Die vielen Stunden, die unsere waren. Verloren? Sinnlos? Nein!

 

Was uns bleibt, ist dieser Augenblick!