Eine dieser Nächte...

Es ist kurz vor ein Uhr morgens in einer dieser Nächte...

Eine dieser Nächte, in denen ich wach bin, unruhig bin, etwas erschaffen will. Was? Das weiß ich nicht. Noch nicht. Es ist eine dieser Nächte in denen ich es nicht schaffe, dich zu verdrängen.

Es ist schon einige Tage her, dass ich abgeschlossen habe - schriftlich. Ich hab´ dich in ein Buch gepackt, dir einen Anfang und ein Ende gegeben. Ich habe einen Schlussstrich gezogen. Warum fühlt es sich dann nicht so an? Ich sitze am Computer und versuche zu schreiben - es kommt nichts dabei heraus. Tagsüber fällt es mir so unendlich leicht, dich aus meinen Gedanken zu verbannen. Die Nacht jedoch, sie kennt die Wahrheit. Vor ihr kann ich mich nicht verstecken. Sie intensiviert all´ meine Gedanken, meine Ängste, meine Träume. Ich mag sie lieber als den Tag doch heute ist sie mir lästig. Ich will nicht an dich denken und ich will mich nicht hinterfragen. Ich will eine klare Linie, will frei sein. Frei von dem, was war und von derjenigen die ich noch wenige Wochen zuvor war. Es kommt mir alles so surreal vor denn nun bin ich doch eine völlig andere. Bin ich das wirklich? Die Tatsache, dass ich die Vergangenheit so sehr loswerden möchte zeigt mir, dass ich mich noch immer zu einem gewissen Teil von ihr beherrschen lasse. Ich bin nicht nur heute. Ich bin all das, was gestern war und was morgen sein wird. Die Nacht hält mir vor Augen, dass ich nicht weglaufen kann. Es ist ein großes Bild mit unglaubliuch vielen Farben und unterschiedlichen Nuancen. Alles gehört dazu. Jede Farbnuance trägt zum Gesamtkunstwerk bei. Keine darf fehlen. Die Nacht. Sie lehrt mich, dass es wichtig ist anzunehmen. Das was war, das was ist und das was noch kommen mag. Annehmen, weitergeben, loslassen. Eine dieser Nächte in denen ich mir bewusst machen muss, dass Herz und Kopf nur synchron sein können, wenn jede Entscheidung von beiden getragen wird. So lästig mir diese Nacht auch sein mag, so sehr schätze ich das, was sie mit mir macht. Veränderung.