Liebe

Liebe ist allgemein gesehen einfach  die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch, einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist. Nach verbreitetem Verständnis ist Liebe ein sehr starkes Gefühl, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person. Ausgehend von dieser ersten Bedeutung wird der Begriff „lieben“ traditionell und umgangssprachlich auch im übertragenen Sinne verwendet und steht dann für die stärkste Form der Hinwendung zu anderen Lebewesen, Dingen, Tätigkeiten oder Ideen.

 

Beeinflusst durch Filme, Bücher, Zeitschriften, Musik jagen wir einer utopisch naiv  romantischen Vorstellung von Liebe und Glück hinterher die meist darauf basiert, dass erwartet wird ein anderer Mensch würde uns aus unserem „Elend“ befreien und zu unserer „besseren Hälfte“ werden.

 

Wahre, echte Liebe jedoch beginnt immer bei sich selbst. Wer sich nicht selbst annehmen, achten, schätzen und für seine eigenen Überzeugungen, seine eigenen Werte einstehen kann, der liebt nicht. Wer nicht bereit ist, sich selbst zu akzeptieren, sich selbst zu gefallen und auf sich selbst zu hören, der kann es schlecht von anderen erwarten und darf sich nicht wundern, wenn er dementsprechend behandelt wird. Wer sich selbst kennenlernen will, der muss nach innen schauen und seine tiefere, unbewusste Welt ergründen. Liebe bedeutet, sich selbst kennenzulernen und anzunehmen. Liebe bedeutet aber vor Allem auch, alles anzunehmen, was sich in jedem einzelnen Augenblick des Lebens manifestiert, jeden Menschen, jede Situation, jeden Gedanken und jedes Gefühl. Positive und negative Facetten. Echte Liebe befindet sich weder in dem Extrem von Macht und Herrschaft auf der einen Seite noch in dem von Unterwerfung und Aufopferung auf der anderen Seite. Wahre und aufrichtige Liebe liegt im Ausgleich genau dieser beiden Pole, im ganzheitlichen, wechselseitigen Einklang dieser beiden Extreme. Macht- und Herrschaftsansprüche wandeln sich so im Zustand der Harmonie in Solidarität, Unterwerfung und Aufopferung in Selbstbestimmung um.

 

Lieben heißt annehmen. Lieben bedeutet loslassen.

 

Liebe ist die Fähigkeit, den Menschen, die uns wichtig sind, die Freiheit zu lassen, die sie benötigen um so zu sein zu können, wie sie sein wollen. Unabhängig davon, ob wir uns damit identifizieren können oder nicht.

 

George Bernard Shaw

 

 

~ Es ist Sonntag. Es ist halb sieben Uhr morgens. Ich sitze auf meinem Balkon, eingewickelt in eine Decke, eine Tasse Tee in der Hand und höre den Vögeln zu. Mein Herz zieht sich noch immer ein wenig zusammen, wenn ich deinen Namen denke.

 

Als du gegangen bist, war ich eine andere und auch du wirst verändert zurückkommen. Wir werden uns nicht mehr kennen. Sollten uns auch nicht mehr kennen lernen. Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab. Veränderung. Gefühle. Wellen an Empfindungen. Als du gegangen bist, war ich die, die dir nachtrauerte. Ich war die, die weinte, weil sie sich selbst nicht annehmen konnte. Ich bin nicht mehr die Selbe. Ich trage ein kleines bisschen mehr Liebe in mir. Liebe zu mir selbst. Akzeptanz für mein Wesen und meine Taten. Anerkennung für das, was ich bereits geschafft habe. Selbstliebe. Ohne jegliche Erwartung und mit diesem Herzen, dass nun  nicht mehr brechen kann sage ich: „Du bist es wert, dass du dich selbst liebst“.  Ich habe nie aufgehört dein Wesen zu lieben und muss es auch nicht tun. Dennoch, ich bin frei von dir. Ich brauche dich nicht. Ich bin meine eigene Quelle der Kraft. Und nun? Ich bin gespannt, ich hab´ keine Angst. Ich weiß, was ich will und was mir zusteht. Ich bin die, die auch im Regen tanzt.