Die Definition

Googelt man die Bedeutung des Wortes defininieren, so erhält man unter anderem  folgendes Ergebnis:

 

de·fi·ni̱e̱·ren
Verb [mit OBJ] (jmd. definiert etwas (als etwas Akk. ))
  1. die Bedeutung eines Wortes genau bestimmen.
Verb [mit SICH] (jmd. definiert sich über etwas Akk.)
  1. den Sinn des eigenen Lebens durch etwas oder jmdn. bestimmt sehen.
    Ein kleines, abgedroschenes Wörtchen. Definieren. Wir machen kaum etwas anderes heutzutage. Jeder Begriff, jede Begebenheit, jede Kommunikation, jede zwischenmenschliche Interaktion, jeder Mensch und jedes Tier, jedes Land - Wir definieren alles! Wir bestimmen die Bedeutung unserer Umwelt und den Dingen und Wesen welche in ihr existieren. Ich war schon immer eher der Typ Mensch, der so etwas als äußerst einschränkend empfand. Ich mach mir die Welt gern wie sie mir gefällt. Ich laufe barfuß wenn es keiner tut, führe Gespräche die keiner führen will und stelle Fragen, die man nicht frägt. Ich bin gern anders, kontrovers, ein wenig verrückt und auf keinen Fall langweilig. Wenn ich gewisse Dinge sage, heißt das nicht, dass ich dies für immer so sehe. Ich zelebriere die Vielfalt in der gedanklichen Struktur des Menschen. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Zum Glück nicht mehr, als es nötig ist. Ich habe schlichtweg einfach keine Lust, Menschen, Dinge, Sachverhalte zu definieren! Ich sage einfach nur was ich denke ohne im Vorfeld darüber nachzudenken, wie was gesagt werden muss. Diese Tatsache muss ich mir selbst als recht einfältig um nicht zu sagen dumm ankreiden. Sie führt stest dazu, dass ich missverstanden werde. Ich rede viel. Ich denke auch viel nach nur sind diese beiden Vorgänge nicht immer kongruent. EHr selten. Nie. Ich arbeite daran. Jeden Tag. Es fällt mir jedoch sehr schwer. Meine Zunge ist so viel schneller als es meinem Wesen guttun würde und so finde ich mich nicht selten in der Situation, Dinge gesagt zu haben die manch ein lieber Mensch viel zu ernst nimmt. Ich will mit dem was ich sage, niemanden manipulieren, verändern oder Dinge ins Rollen bringen. Ich führe gerne Gespräche, die forderd und anstrengend sind, daraus ziehe ich meine Inspiration. Ich helfe auch gerne, insofern mein Gegenüber meine Worte als Ergänzung zu seiner eigenen Sichtweise sehen kann. Gebe ich Dingen einen NAmen so ist das mein Name für das jeweilige Ding. Für mich bedeutet das keinesfalls, dass es nicht noch unzählige weitere Namen dafür geben kann. Definitionen empfinde ich als stark einschränkend für eine ganzheitliche Betrachtung. Definiert man etwas so sagt man im Grunde "So ist es und nicht anders". Man benennt, stellt fest und kategorisiert. Das mag ich nicht. Ich mag kaum etwas, das den positiven Gedanken Grenzen setzt. Noch komplizierter wird es, wenn Menschen sich über etwas oder jemanden definieren. Über Geld, Statussymbole, den beruflichen Erfolfg, ihre Freunde, Bekanntschaften und Beziehungen. Sich über etwas oder jemanden zu definieren ist fürchterlich. Es bedeutet, man gibt seinen eigenen Gedanken, seiner eigenen Sichtweise, seiner Meinung, sich selbst, keinerlei Bedeutung. Ich will niemanden definieren und ich will nicht definiert werden. Ich sehe meinen Gegenüber mit seinen Gedanken, seinen Eigenheiten, Fehlern und Stärken als ganzheitliches Wesen an,von dem ich unglaublich viel lernen kann wenn eine gewisse Grundstimmung vorhanden ist. Ich wünsche mir, genauso betrachtet zu werden. Als Ganzes. Jeder kennt sich selbst am allerbesten und das, was andere sagen, kann eine Bereicherung, eine wundervolle Ergänzung für die eigene Sichtweise sein. Es kann verändern und formen und das sollte es jedoch nur, wenn der Mensch welcher den Veränderungsprozess durchläuft, dies möchte. Ich sage deshalb immer wieder zu den Menschen um mich herum: "Sei du selbst, du kennst dich am besten, du weißt ganz genau was gut für dich ist, du musst nur tief in dich hinein hören". Trotzdem geschieht es, dass jemand denkt, mein emotionales Gerede würde definieren wer er oder sie ist. Das macht mich wütend denn ich möchte ein umfeld, ich möchte Freundschaften und Beziehungen, in denen die Menschen so sein könenn, wie es ihrem Wesen entspricht. Vielleicht ist das utopisch. Vielleicht ist auch meine Sichtweise völlig daneben. Es ist die Art, wie ich die Welt sehen möchte, Mit Definitionen an den richtigen Stellen, ohne Zwang, ohne Schubladen, ohne Angst, etwas falsches zu sagen. So definiere ich wohl meine kleine Welt.

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